Rechtsberatung 

und Admin'

Vorbereitung zur Anhörung

 

Vielen Menschen fällt es schwer ihre 

Geschichte und ihr Leben fremden Menschen zu offenbaren, so auch Asylsuchenden von denen ein grosser Teil traumatische Erlebnisse mit sich trägt. Während der Anhörung werden sie mit ihren schmerzhaften Erinnerungen konfrontiert, was sie meist überfordert. Dazu kommt noch, dass ihnen für gewöhnlich nicht bewusst ist, wie relevant die Ereignisse ihres früheren Lebens für ihre Zukunft in der Schweiz sind.

Dies kann dazu führen, dass Asylsuchende die Ursachen ihrer Notlage nicht ausführlich oder verständlich genug erörtern und ihre Menschenrechte deshalb verletzt werden. Denn Fakt ist: einen abgelehnten Asylantrag eines politisch verfolgten oder eines Kriegs-flüchtlings kann gefährliche Konsequenzen für dessen Leben mit sich bringen.

Deshalb versuchen wir in einer ersten Phase jeder Person, die sich auf seine Anhörung vorbereiten möchte, eine vereinfachte Erklärung des schweizer Asylgesetzes zu liefern. Zum einen wollen wir damit erreichen, dass die Asylsuchenden sich ein realistisches Bild ihrer gegenwärtigen Situation machen können, zum anderen ist es uns sehr wichtig ihnen damit zumindest die Angst vor dem Unbekanntem zu nehmen. 

In einer zweiten Phase geht es uns darum, die Relevanz von gewissen Aspekten ihrer Geschichte zu erläutern und das Entscheidende zu definieren.

Während der letzten Phase klären wir sie über ihre Rechte und Pflichten während des Interviews auf.

Die Vorbereitung zur Anhörung soll dazu dienen sicher zu stellen, dass Asylsuchende deren Zweck verstehen und in Kenntnis deren Abläufe gesetzt werden. Erfahrungsgemäss ist es die wirkungsvollste Art ihnen zu ermöglichen eine gewisse Ruhe zu bewahren, um ihre Vorgeschichte faktentreu und deutlich klarzulegen. 

Verfahrensstandanfrage

 

Oftmals sind die langen Wartezeiten auf eine Einladung zur Anhörung beim Staatssekretariat für Migration (SEM) zermürbend für die Wartenden. Auch danach können mehrere Monate gar Jahre bis zu einem definitiven Asylentscheid verstreichen.

Dank einer Verfahrensstandanfrage haben Asylsuchende die Möglichkeit beim SEM ein offizielles Gesuch zur Sachlage ihres Asylverfahrens einzureichen.

Da sich viele von ihnen dieser Möglichkeit nicht bewusst sind und sie auf Grund fehlender Sprachkenntnisse einen solchen Antrag auch nicht verfassen können, übernehmen wir das Schreiben.

Rekurs

Migranten steht es offen nach einem negativen  Asylentscheid, innert 30 Tage einen Rekurs einzureichen. Eine solche Beschwerde kann verfasst werden, wenn an ihren Flüchtlingseigenschaften gezweifelt wird, eine Rückkehr in ihr Heimatsland für sie nicht tragbar wäre oder Fehler bei der Prozedur festgestellt werden konnten. 

Wir machen unser Klientel auf das Angebot der RBS (Rechtsberatungsstelle für Menschen in Not) aufmerksam, und übernehmen falls nötig den schriftlichen Teil der Berufung selbst.

 

Härtefallgesuch

Asylsuchende mit einem negativen Asylentscheid haben die Möglichkeit fünf Jahre nach Eintritt in die Schweiz ein Härtefallgesuch zu stellen. Die Antragsteller müssen dabei beweisen können, dass sie sich in dieser Zeit in der Schweiz integriert haben, die Sprache beherrschen und ohne Sozialhilfe auskommen. Wir unterstützen unsere Klientinnen und Klienten beim Verfassen der Anträge und helfen ihnen dabei, ihre Umstände möglichst exakt und wahrheitsgetreu wieder zu geben.

Wiedererwägungsgesuch

Stellt sich nach Eintritt der Rechtskraft einer Verfügung eine wesentlich veränderte Sachlage im Wegweisungsvollzugspunkt ein, so kann mit einem einfachen oder qualifizierten Wiedererwägungsgesuch an das SEM ein Zurückkommen auf diese Verfügung verlangt werden.

Wir unterstützen unsere Klientinnen und Klienten dabei, die veränderte Sachlage schriftliche und Formgerecht darzulegen und falls Möglich, Beweise und Tatsachen zu sammeln und geltend zu machen.

Administrative Unterstützung

Briefe, Rechnungen, Verträge und/oder Informationen per Post zu erhalten ist nur dann nützlich, wenn man es auch lesen und verstehen kann. Für diejenigen von unseren Klienten auf die dies nicht zutrifft, besteht die Möglichkeit mit ihren Dokumenten zu uns zu kommen und Erklärungen zu erhalten - falls nötig auch mit Übersetzung.